Schwimmteich im Allgäu: Was er wirklich kostet — und wann ein Naturteich die bessere Wahl ist
Was kostet ein Schwimmteich im Allgäu?
Ein echter Schwimmteich ohne Technik kostet im Allgäu realistisch 25.000 bis 45.000 Euro und braucht ab etwa 40 m² Fläche. Ein Naturpool mit Filtertechnik liegt eher bei 35.000 bis 60.000 Euro. Dafür entfallen Chlor, Chemie und die laufenden Poolkosten — nach 7 bis 10 Jahren ist ein Schwimmteich günstiger als ein konventioneller Pool. Und wer vor allem Leben im Garten will und nur gelegentlich die Füße ins Wasser hält, fährt mit einem Naturteich ab 3.000 Euro oft besser.
Letzten Monat saß ich mit einem Ehepaar aus Kempten am Küchentisch. Sie hatten drei Angebote für einen „Naturpool“ eingeholt — 28.000, 41.000 und 55.000 Euro. Für dieselbe Wasserfläche. Ihre Frage an mich: „Welches Angebot ist das richtige?“ Meine Antwort: keins. Denn keiner der drei Anbieter hatte gefragt, wie oft sie eigentlich schwimmen wollen.
Die Antwort war: „Ein paar Mal im Sommer. Vor allem soll es schön aussehen und leben.“ Das ist keine 41.000-Euro-Anforderung. Das ist ein Naturteich mit einer großzügigen Flachwasserzone — für ein Viertel des Geldes.
Damit dir das nicht passiert, räumen wir erst mal die Begriffe auf. Denn „Schwimmteich“, „Naturpool“ und „Naturteich“ werden munter durcheinandergeworfen — dabei sind das drei völlig verschiedene Bauwerke mit völlig verschiedenen Preisen.
Schwimmteich, Naturpool, Naturteich — drei Namen, drei Baustellen
Ein Schwimmteich ist ein Gewässer mit zwei Bereichen: einer Schwimmzone und einer bepflanzten Regenerationszone, die das Wasser biologisch reinigt — ohne Pumpe, ohne Filter, ohne Chemie. Die Pflanzen und Mikroorganismen machen die Arbeit. Dafür brauchen sie Platz: Als Faustregel gehört mindestens die Hälfte der Wasserfläche den Pflanzen.
Ein Naturpool sieht aus wie ein Pool — klare Kanten, oft ein rechteckiges Becken — wird aber statt mit Chlor mit einem biologischen Filter betrieben. Das ist Technik: Pumpen, Filtergraben oder Filterschacht, Strom. Funktioniert gut, kostet aber deutlich mehr in Bau und Betrieb.
Und der Naturteich? Der ist gar nicht zum Schwimmen gedacht. Er ist das Biotop, das deinen Garten zum Leben erweckt — Libellen, Frösche, Vögel. Dass man an einem heißen Julitag trotzdem mal reinsteigt, verbietet dir niemand.
Die ehrliche Kostenrechnung
Ich sage dir die Zahlen so direkt wie meinen Kunden am Küchentisch — mit allem, was dazugehört:
Realistische Preisrahmen im Allgäu:
- •Schwimmteich (ab 40 m², ohne Technik): 25.000 bis 45.000 Euro. Aushub, Abdichtung, Regenerationszone mit Bepflanzung, Einstieg. Laufende Kosten: praktisch null — einmal im Jahr Rückschnitt und Laub fischen.
- •Naturpool (mit biologischem Filter): 35.000 bis 60.000 Euro und mehr. Dazu Strom für die Pumpe und alle paar Jahre Wartung der Technik. Dafür: klares Wasser auf kleinerer Fläche und ein „aufgeräumter“ Look.
- •Naturteich (6–25 m², nicht zum Schwimmen): 3.000 bis 12.000 Euro. Die günstigste Art, Wasser in den Garten zu holen — und die artenreichste.
Der Vergleich zum konventionellen Pool lohnt sich übrigens über die Jahre gerechnet: Ein Chlorpool kostet dich jedes Jahr Chemie, Strom für die Umwälzpumpe, Winterfest-Machen und irgendwann eine neue Folie. Ein Schwimmteich kostet dich nach dem Bau fast nichts mehr. Nach 7 bis 10 Jahren hat er den Pool preislich eingeholt — und sieht dabei jeden Tag besser aus, während der Pool jeden Tag älter wird.
Soweit die Zahlen. Jetzt kommt der Teil, den dir kaum jemand sagt: Das Allgäu ist Schwimmteich-Land.
Warum unser kaltes Allgäuer Wasser dein Verbündeter ist
Das größte Problem jedes Schwimmteichs sind Algen — und Algen lieben warmes, nährstoffreiches Wasser. Genau hier spielt das Allgäu seinen Trumpf aus: kühle Nächte, auch im Hochsommer. Während Schwimmteiche im Rheintal ab Juli gern mal ins Schwitzen kommen, bleibt das Wasser bei uns stabiler. Weniger Algendruck heißt: weniger Pflege, klareres Wasser.
Die ehrliche Kehrseite: Unsere Badesaison ist kürzer. Ein unbeheizter Schwimmteich im Allgäu hat angenehme Badetemperaturen von etwa Mitte Juni bis Ende August. Wer im Mai schwimmen will, braucht ein dickes Fell — oder einen Pool. Das gehört zur Wahrheit dazu, und genau deshalb stelle ich die Frage vom Anfang so früh: Wie oft wirst du wirklich schwimmen?
Wann du keinen Schwimmteich brauchst
Nach über 20 Jahren in Allgäuer Gärten kann ich dir sagen: Etwa die Hälfte der Leute, die mich nach einem Schwimmteich fragen, will eigentlich keinen. Sie wollen Wasser im Garten. Das Glitzern am Morgen, die Libellen, das Leben. Geschwommen wird dann doch im Rottachsee oder im Freibad.
Für diese Gärten ist ein Naturteich die klügere Investition: ein Viertel der Kosten, ein Drittel der Fläche, und ökologisch sogar wertvoller — weil die flachen Zonen, die beim Schwimmteich der Schwimmzone weichen müssen, genau die artenreichsten sind.
Umgekehrt gilt: Wenn bei dir jeden Sommermorgen jemand seine Bahnen ziehen will, dann ist der Schwimmteich jede Mark wert. Es gibt kein schöneres Schwimmen als zwischen Seerosen, mit Blick auf die Berge, in Wasser ohne Chlorgeruch.
Bevor du Angebote einholst, beantworte eine einzige Frage ehrlich: Wie oft bin ich letzten Sommer tatsächlich schwimmen gegangen? Multipliziere die Zahl nicht mit deinen guten Vorsätzen. Sie entscheidet, ob du 5.000 oder 50.000 Euro ausgeben solltest — und beide Antworten sind völlig in Ordnung.
Wenn du herausfinden willst, welche Lösung zu deinem Garten, deinem Budget und deinem echten Badeverhalten passt: Genau dafür ist unser Erstgespräch da. Wir schauen uns dein Grundstück an und rechnen ehrlich — auch wenn am Ende die günstigere Variante gewinnt.
Häufige Fragen
Wie groß muss ein Schwimmteich mindestens sein?
Als Faustregel: ab etwa 40 m² Gesamtfläche wird ein Schwimmteich ohne Technik stabil. Davon gehört mindestens die Hälfte der bepflanzten Regenerationszone. Wer weniger Platz hat, kann mit einem Naturpool (biologischer Filter statt großer Pflanzenzone) auf kleinerer Fläche schwimmen — bezahlt das aber mit Technik und höheren Kosten.
Was kostet ein Schwimmteich im Unterhalt?
Ein technikfreier Schwimmteich kostet im Betrieb fast nichts: kein Strom, keine Chemie, kein Filterwechsel. Rechne mit ein bis zwei Pflegeeinsätzen pro Jahr — Rückschnitt der Uferpflanzen im Frühjahr, Laub entfernen im Herbst. Ein Naturpool braucht zusätzlich Strom für die Pumpe und gelegentliche Wartung der Filtertechnik.
Wird das Wasser in einem Schwimmteich wirklich sauber?
Ja — aber anders als im Pool. Die Regenerationszone mit ihren Pflanzen und Mikroorganismen baut Nährstoffe ab und hält das Wasser biologisch stabil. Das Wasser ist klar und hygienisch einwandfrei, aber es ist lebendiges Wasser: Ein paar Schwebeteilchen und die eine oder andere Wasserpflanze gehören dazu. Wer steriles Poolwasser erwartet, wird nicht glücklich — wer in einem Bergsee schwimmt, fühlt sich sofort zu Hause.
Kann man einen bestehenden Naturteich zum Schwimmteich ausbauen?
Manchmal — es hängt von Größe, Tiefe und Lage ab. Ein Teich unter 25 m² lässt sich selten sinnvoll erweitern, da ist ein Neubau an besserer Stelle oft günstiger. Bei größeren Teichen kann eine Schwimmzone nachträglich ausgehoben und abgedichtet werden. Das klären wir am besten vor Ort.
Friert ein Schwimmteich im Allgäuer Winter nicht kaputt?
Nein. Anders als ein Pool muss ein Schwimmteich nicht winterfest gemacht werden. Er friert oben zu, das Leben zieht sich in die Tiefenzone zurück — genau wie in jedem natürlichen Gewässer. Im Frühjahr taut er auf und die Saison beginnt von selbst. Eine zugefrorene Schwimmteichfläche ist übrigens die schönste Eislauffläche, die ein Garten hergibt.
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Zuletzt aktualisiert: Juli 2026