Zurück zum Blog
    Naturgarten
    8 Min.18. Juni 2026

    Hochsommer im Allgäu: Jetzt blüht der Naturgarten

    Warum blüht ein Naturgarten im Hochsommer, während der Rasen braun wird?

    Weil heimische Wildstauden tief wurzeln und an unser Allgäuer Klima angepasst sind. Wenn der Rasen nach zwei, drei heißen Wochen ohne Regen schlappmacht, holen sich Königskerze, Natternkopf und Wilde Möhre ihr Wasser aus tieferen Bodenschichten — ganz ohne dass du gießt. Genau im Hochsommer siehst du deshalb am deutlichsten, was dein Garten kann und was nicht. Und genau jetzt ist der richtige Moment, das nächste Gartenjahr zu planen — gebaut wird dann im Herbst, der besten Pflanzzeit im Allgäu.

    Letzte Woche stand ich bei einem Kunden in Wiggensbach im Garten. Anfang Juli, kein Regen seit zehn Tagen, und sein Rasen sah aus wie ein alter Fußabtreter — strohgelb, hart, an den Rändern schon braun. Er zeigte über den Zaun zum Nachbarn: „Und der gießt nicht mal, oder?“ Nein, der gießt nicht. Beim Nachbarn blühte eine Wildblumenwiese in voller Pracht, Hummeln überall, dazwischen ein paar Königskerzen, die mannshoch in den Sommerhimmel ragten.

    Das ist die Szene, die sich jeden Sommer in jedem Allgäuer Neubaugebiet abspielt. Und sie ist kein Zufall. Sie ist der sichtbarste Beweis dafür, dass die meisten Gärten gegen die Natur gebaut sind statt mit ihr. Der Hochsommer deckt das gnadenlos auf — und genau deshalb ist er der ehrlichste Moment des Gartenjahres.

    Warum dein Rasen im Hochsommer kapituliert

    Eigentlich ist das Allgäu eine feuchte Ecke. Im Raum Kempten fallen rund 1.200 Millimeter Niederschlag im Jahr — mehr als in den meisten Regionen Deutschlands. Trotzdem wird der Rasen jeden Sommer braun. Warum? Weil zwei, drei heiße Wochen am Stück reichen. Und die kommen mittlerweile zuverlässig, auch bei uns.

    Das Problem liegt unter der Oberfläche. Rasen wurzelt flach — die meisten Gräser kommen keine zehn Zentimeter tief. Wenn die oberste Bodenschicht austrocknet, ist für den Rasen Schluss. Dazu kommt bei Neubauten der verdichtete Boden: Der Bagger hat das Grundstück plattgewalzt, das Wasser läuft oben ab statt einzusickern. Ergebnis: oben Staunässe nach dem Gewitter, in der Hitzewoche knochentrocken. Der schlechteste aller Zustände.

    Ein Naturgarten funktioniert genau andersherum. Heimische Wildstauden wie Wiesensalbei, Natternkopf oder Wilde Möhre wurzeln tief — teils über einen Meter. Die holen sich Wasser, an das ein Rasen nie herankommt. Und sie sind an unser Klima angepasst: Sie haben hier schon Trockensommer und Frostwinter überstanden, bevor es deinen Garten überhaupt gab. Deshalb steht der Naturgarten im August in Blüte, während nebenan gegossen wird, was das Zeug hält — und der Rasen trotzdem braun bleibt.

    Was im Allgäuer Naturgarten gerade in Vollblüte steht

    Der Hochsommer ist die spektakulärste Zeit im Naturgarten. Im Frühjahr und im Herbst hat fast jeder Garten seine Momente — aber Juli und August trennen die Spreu vom Weizen. Genau dann, wenn der konventionelle Garten erschöpft aussieht, läuft der Naturgarten zur Höchstform auf. Das blüht bei uns gerade:

    • Königskerze — wird mannshoch, eine Kerze aus gelben Blüten, ein Magnet für Wildbienen
    • Natternkopf — leuchtend blau-violett, summt von früh bis spät vor lauter Hummeln
    • Wilde Möhre, Schafgarbe und Wiesen-Flockenblume — die weiß-rosa Begleiter, die die Wiese tragen
    • Malven und Wegwarte — robust, langblühend, völlig anspruchslos
    • Ziergräser und die ersten Samenstände — die im Gegenlicht aufleuchten und bis in den Winter Struktur geben
    Wildblumenwiese im Juli — Schafgarbe, Flockenblume und Gräser. Gegossen wird hier nichts. Gemäht wird zweimal im Jahr.

    Und es geht nicht nur ums Aussehen. Während über dem Rasen exakt nichts fliegt, summt und brummt der Naturgarten im Hochsommer den ganzen Tag. Hummeln, Wildbienen, Schmetterlinge, abends die ersten Fledermäuse. Genau das ist der Moment, in dem die meisten meiner Kunden kapieren, was sie eigentlich wollen — nicht einen pflegeleichten Garten, sondern einen lebendigen.

    Der Sommer ist der ehrlichste Gartenberater, den du hast

    Im Frühling verzeiht der Garten alles. Alles ist grün, alles treibt, selbst der schlechteste Garten sieht im Mai passabel aus. Der Hochsommer nicht. Er zeigt dir schonungslos, wo es hakt: Wo die Sonne ab Mittag so brennt, dass du dort nicht sitzen kannst. Wo nichts blüht und es einfach nur langweilig grün ist. Wo der Boden Risse bekommt. Wo dir der Schatten fehlt oder die Hecke nicht blickdicht ist, wenn die Nachbarn auf der Terrasse sitzen.

    Das ist keine schlechte Nachricht. Das ist die beste Gelegenheit des Jahres. Denn jetzt, wo du jeden Abend draußen sitzt, siehst du deinen Garten so ehrlich wie sonst nie. Nutz das.

    Mach diesen Sommer-Rundgang: Geh an einem heißen Abend mit dem Handy durch deinen Garten und fotografier drei Dinge — die Stelle, an der nichts blüht; die Stelle, an der du keinen Schatten hast; und die Stelle, die du am liebsten ändern würdest. Diese drei Fotos sind die beste Grundlage für jede Gartenplanung. Sie zeigen dir genau das, was im Mai unsichtbar war.

    Struktur statt Strohwüste: Ein schattiger Sitzplatz zwischen Stauden — im Hochsommer der wertvollste Ort im Garten.

    Warum du jetzt nicht pflanzen, aber jetzt planen solltest

    Jetzt kommt der Teil, bei dem ich ehrlich sein muss — auch wenn es meinem eigenen Geschäft kurzfristig widerspricht: Im Hochsommer legt man keinen Garten an. Frisch gesetzte Pflanzen bei 30 Grad und nach einem Allgäuer Gewitterguss — das ist Stress pur, da geht die Hälfte ein, egal wie gut du gießt. Wer dir im Juli verspricht, schnell mal einen Garten zu pflanzen, denkt an seinen Umsatz, nicht an deine Pflanzen.

    Die beste Pflanzzeit im Allgäu ist der Herbst. Stauden und Gehölze, die im September oder Oktober in die Erde kommen, nutzen den feuchten, noch warmen Boden, um Wurzeln zu bilden. Über den Winter wachsen sie unsichtbar weiter — und starten im Frühling durch, als hätten sie schon immer dort gestanden. Was im Herbst gepflanzt wird, ist im nächsten Hochsommer schon trockenheitsfest. Was im Frühjahr gepflanzt wird, kämpft im ersten Sommer noch ums Überleben.

    Das heißt: Der Hochsommer ist nicht die Bauzeit — er ist die Planungszeit. Jetzt schaust du, was fehlt. Jetzt entscheidest du, was du willst. Und im Herbst setzen wir es um. Wer diese Reihenfolge einhält, hat nächstes Jahr im Juli den Garten, auf den der Nachbar dann über den Zaun schaut.

    Naturteich in Waltenhofen — im Hochsommer der kühlste, lebendigste Ort im Garten. Geplant im Sommer, gebaut im Herbst zuvor.

    Der Herbst ist näher, als der Kalender sagt

    Hier ist der Haken, den die meisten unterschätzen: Zwischen „Ich hätte gern einen schöneren Garten“ und dem ersten Spatenstich liegen mehr Wochen, als du denkst. Erst kommt das Erstgespräch vor Ort, dann die Planung, dann die Abstimmung. Und dann ist da noch die Wartezeit — je nach Saison sind wir vier bis acht Wochen ausgebucht. Im Herbst, der besten Pflanzzeit, wollen alle gleichzeitig. Die Slots sind begrenzt, und sie sind irgendwann weg.

    Wer jetzt im Sommer anfängt zu planen, sichert sich seinen Platz für den Herbst. Wer bis September wartet, plant fürs nächste Jahr. So einfach, so unromantisch ist die Rechnung. Der beste Zeitpunkt, deinen Garten zu verändern, war vor drei Jahren. Der zweitbeste ist dieser Sommer — solange du jetzt ins Handeln kommst, statt es auf den Herbst zu schieben, an dem dann kein Termin mehr frei ist.

    Du willst diesen Hochsommer nicht nur genießen, sondern für deinen Garten nutzen? Lad dir zuerst unseren kostenlosen Gartenkalender fürs Allgäu herunter — da steht Monat für Monat, was wann zu tun ist (und was eben nicht). Und wenn du magst, schauen wir uns deinen Garten gemeinsam an: kostenloses Erstgespräch, kein Verkaufsdruck, nur eine ehrliche Einschätzung — und dein Slot für den Herbst. Ruf an unter +49 160 935 16103 oder schreib an info@naturraum-gestaltung.de.

    Dein Nachbar gießt diesen Sommer wieder seinen Rasen, der trotzdem braun wird. Du musst nicht in derselben Reihe stehen. Schau dir deinen Garten jetzt ehrlich an, halt die drei Stellen fest, die dich stören — und mach diesen Herbst den ersten Schritt zu einem Garten, der im August blüht, statt zu kapitulieren.

    Häufige Fragen

    Kann ich im Hochsommer überhaupt noch etwas pflanzen?

    Möglich ist es, aber nicht empfehlenswert. Frisch gesetzte Pflanzen leiden bei Hitze und Trockenheit stark, die Ausfallrate ist hoch — selbst bei intensivem Gießen. Sinnvoll sind im Hochsommer nur kleinere Topfpflanzen mit gut durchwurzeltem Ballen und konsequenter Bewässerung. Für größere Anlagen oder Umgestaltungen ist der Herbst die deutlich bessere Wahl.

    Warum ist der Herbst die beste Pflanzzeit im Allgäu?

    Der Boden ist im September und Oktober noch warm, aber wieder feucht. Stauden und Gehölze bilden in dieser Zeit Wurzeln, ohne gleichzeitig Blätter und Blüten versorgen zu müssen. Über den Winter wachsen sie unterirdisch weiter und starten im Frühling kräftig durch. Im Herbst gepflanzte Pflanzen sind im darauffolgenden Sommer bereits deutlich trockenheitsfester als im Frühjahr gepflanzte.

    Was blüht in einem Naturgarten im August?

    Eine ganze Menge — genau dann, wenn konventionelle Gärten erschöpft wirken. Typisch für den Allgäuer Hochsommer sind Königskerze, Natternkopf, Wilde Möhre, Schafgarbe, Wiesen-Flockenblume, Malven und Wegwarte. Dazu kommen Ziergräser und erste Samenstände, die Struktur bis in den Winter geben. Das Ergebnis ist ein Garten, der im Hochsommer summt und blüht, statt braun zu werden.

    Muss ich meinen Naturgarten im Sommer gießen?

    Einen eingewachsenen Naturgarten mit heimischen Pflanzen musst du im Allgäu praktisch nie gießen — die Pflanzen sind an unser Klima angepasst und wurzeln tief. Nur in der Etablierungsphase im ersten Jahr und bei extremen, langen Hitzeperioden kann gelegentliches Wässern sinnvoll sein. Ab dem zweiten, dritten Jahr versorgt sich der Garten selbst.

    Wie früh muss ich anfragen, wenn ich im Herbst umbauen will?

    So früh wie möglich. Zwischen Erstgespräch, Planung und Umsetzung liegen mehrere Wochen, dazu kommt je nach Saison eine Wartezeit von vier bis acht Wochen. Der Herbst ist die gefragteste Pflanzzeit — die Termine sind begrenzt. Wer im Sommer plant, sichert sich realistisch einen Herbst-Slot. Wer erst im September anfragt, plant meist schon fürs nächste Jahr.

    Saisonaler Gartenkalender fürs Allgäu

    Was muss wann in deinen Naturgarten? Hol dir den kostenlosen Monatskalender mit den wichtigsten Aufgaben für jede Jahreszeit im Allgäu.

    Professionelle Unterstützung gewünscht?

    Vereinbare ein kostenloses Erstgespräch für dein Gartenprojekt im Allgäu.

    Termin zur Beratung vereinbaren
    Patrick Thierfelder
    Patrick Thierfelder

    Landschaftsgärtner-Meister & Permakultur-Designer · 20+ Jahre Erfahrung

    Zuletzt aktualisiert: Juni 2026

    Weitere Artikel